Gerrit Vierhaus zur Dikussion um das Mahnmal in Lippramsdorf:

Das Mahnmal in Lippramsdorf dient nicht nur dem Gedenken an die Männer und Frauen, die in die Wirren zweier Weltkriege hineingezogen wurden und dieses leider oft auch mit ihrem Leben bezahlten, sondern auch als gefestigter Rückblick in die zwei dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte.

Wir dürfen nicht beginnen unsere Augen vor der Vergangenheit zu verschließen.

Ich selbst bin Schütze im traditionsreichen Lippramsdorfer Schützenverein und im Allgemeinen ein echter Lippramsdorfer Junge. Bei dem Schützenfest 2019 in Lippramsdorf durfte ich erstmals als Teilnehmer an dem großen Zapfenstreich und der anschließenden Gedenkzeremonie für die Opfer der zwei Weltkriege teilnehmen.

Sowohl als Schütze, als auch als Zuschauer habe ich die Gefühle vor Ort immer als sehr bedächtig, behutsam und im Allgemeinen eher bedrückend wahrgenommen. Kein Mensch kam am Schützenfest oder Volkstrauertag mit der Intention einem faschistischen und Menschen verachtenden Regime zu gedenken.

Ganz im Gegenteil:

Sowohl durch die montierten Tafeln als auch durch die emotionalen Worte aller Redner der letzten Jahre, wurde immer wieder deutlich gemacht, dass man an diesem Ort der Opfer gedenken wolle.

Zum Gedenk- und Aufarbeitungsprozess gehört auch sich klarzumachen, mit welcher Gewalt deutsche Soldaten in den entsprechenden Jahren Unheil und Mord über viele Länder dieser Welt gebracht haben. Unsere Augen vor dem unangenehmen Teil der Geschichte zu verschließen, bedeutet eine Blockade dieses Aufarbeitungsprozesses.

Weltkriegsmahnmäler dienen dazu an bestimmte historische Ereignisse zu erinnern, Betroffenheit zu erzeugen und diese Gefühle über Generationen hinweg so zu transportieren, dass ein solches schlimmes Ereignis nie wieder passieren kann.

Lassen sie uns diesen Ort der Trauer, für die die Familien erhalten, deren Brüder, Väter oder Großeltern leider nie wieder nachhause kamen.